| Erste
Sitzung des neuen Gemeinderates |
Am Dienstag
den 16.11.1999 fand im Sitzungssaal des Rathauses Dettenheim
die konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderates statt.
Nach dem ersten Tagesordnungspunkt zum Bebauungsplanverfahren
"Hauptstr.98 bis 122"; verabschiedete Bürgermeister Hillenbrand
zunächst den alten Gemeinderat, insbesondere die ausscheidenden
Mitglieder. Für
unseren Fraktionsvorsitzenden Hans Seitz, der nach genau 28
Jahren seinen Sitz im Gemeinderat an Jüngere abgab, war dies
sicherlich ein bewegender Augenblick. Wir haben ihm viel zu
verdanken und möchten dies auch an dieser Stelle besonders
zum Ausdruck bringen. |
Nachdem
der neugebildete Gemeinderat die Einführungsformel gesprochen
hatte, ging es zur Wahl der Bürgermeisterstellvertreter.
Als stärkste Fraktion bewarben wir uns um den Platz des ersten
Stellvertreters. Dies wurde uns nur von der CDU Fraktion streitig
gemacht, die sich aber bei der Wahl nicht durchsetzen konnte.
Wir freuen uns und gratulieren Dr. Rainer Oberacker
zu diesem Amt. Den zweiten Stellvertreter wollte die SPD mit
Gretel Frenzel besetzt sehen, da sie das höchste Einzelstimmenergebnis
der Kommunalwahl erreichte. Die Stimmenauszählung erbrachte
aber eine Mehrheit für Manfred Oberacker von der CDU. Keine
Fraktion wollte anschließend einen Kandidaten als dritten
Stellvertreten ins Rennen schicken. Weiter wurden die beratenden
Ausschüsse und Mitglieder für die Verbandsversammlung der
Musikschule Hardt nach den Vorschlägen der Fraktionen gewählt
und ernannt.
Bei der Wahl des Ortsvorstehers folgte man der Empfehlung
des Ortschaftsrates Rußheim. Manfred Werner wird, wie schon
in der Vergangenheit, dieses Amt bekleiden. Auch ihm herzlichen
Glückwunsch. Vor der Wahl des ersten Stellvertreters gab Erich
Hager zu bedenken, dass er bei der Wahl des Ortschaftsrates
von den Rußheimer Bürgern mit der höchsten Stimmenzahl bedacht
wurde und somit Anrechte auf dieses Amt bestehen könnten.
Gewählt wurde Günther Kemm von der CDU. Erich Hager verneinte
die Frage ob er die Wahl zum zweiten Stellvertreter annehme. |
Wer mit
dem Amt des Gemeinderats ausgestattet ist, sollte den Wählerwillen
vertreten und sich bemühen, für die Menschen die er repräsentiert,
Sprachrohr zu sein. Es ist aber auch jedem Einzelnen möglich
seine persönliche Einstellung, die auch einen wesentlichen
Teil der Bevölkerungsmeinung abdeckt, zu äußern. Aus diesem
Grund werde ich nachfolgend ein Resümee der Vorgänge aus meiner
Sicht geben.
Bei der, den Abend abschließenden Bürgerfragestunde, gab es
aus dem Publikum von mir die Anfrage nach der Berücksichtigung
des noch frischen Wählerwillens.
Man
braucht sich nicht über zunehmende Politikverdrossenheit und
sinkende Wahlbeteiligung wundern, wenn Personen,die bei den
Kommunalwahlen die höchsten Einzelergebnisse erzielten,
keine Berücksichtigung bei der späteren Vergabe wesentlicher
Stellvertreterposten finden.
Wir sind die Fraktion die Bürgernähe groß auf ihre Fahnen
schreibt. Diesen Anspruch können wir nur aufrecht erhalten,
wenn gerade bei uns der Wille der Bürgerinnen und Bürger aus
Rußheim und Liedolsheim ganz oben steht und nicht von eigenen
Animositäten überlagert wird. Wollen wir gute Werte und Moral
für vermeintlich eigene Vorteile auf dem Altar der Macht und
Politik opfern? Eine Glanzstunde des guten politischen Stils
war diese Sitzung sicherlich nicht. Es bleibt zu fragen wie
die Zukunft aussehen wird. Können wir einen Weg finden mit
allen Fraktionen nach diesem verunglückten Start eine gute
und fruchtbringende Arbeit im Gemeinderat zu tun? Dies wird
sicherlich zunächst schwer sein. Aber Unstimmigkeiten gib
es im Leben und aus Fehlern muss man auch lernen können.
Hoffen wir auf die Zukunft. |
Angelika
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