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Ich
war auf der Expo
Zwei Tage
Expo, da hat man nur einen Bruchteil des riesigen Angebots an
Eindrücken gesehen. Aber es ist, als hätte man eine kleine Weltreise
gemacht.
Mit dem ICE
fuhr ich direkt nach Hannover Laatzen, dem Expobahnhof. Ein Übergang
brachte mich zum Ausstellungsgelände, wo ich von Menschenschlangen
vor verschiedenen Pavilloneingängen begrüßt wurde. Die Fahrt mit
der Seilbahn verschaffte mir zunächst einen Überblick und ich
machte dabei gleich die Erfahrung, durch eine ca. 80 Meter lange
Schlange kann man in 15 Minuten geschleust werden.
Vor verschiedenen Highlights wie dem Niederländischen Pavillon
stauten sich die Menschen aber so sehr, dass ich beschloss, wo
ich länger als eine halbe Stunde warten muss, das lass ich aus.
Es gibt so viel zu sehen, dass man ohnehin nicht ganz durchkommt.
Ich besuchte
nicht den Finnischen Pavillon und auch nicht den der Vereinigten
Arabischen Emirate, dafür lies ich mich vom beeindruckenden Glasfußboden
in Kroatien faszinieren oder von der Basar Atmosphäre im Jemen
in den Bann ziehen. Von der Postbox aus hat man einen schönen
Überblick über die beiden Geländeteile und im Christuspavillon
lädt ein Kreuzgang aus Teesieben, Federn, Kiefernzapfen, Glühbirnen
und Anderem zum Nachdenken über Natur und Technik ein. Im Geben-und-Nehmen
Raum tauschte ich einen Kugelschreiber gegen eine Büroklammer.
Natürlich besuchte ich den Pavillon der Hoffnung, den Walfisch
mit seinem Wunschbaum im Innern.
Auch Island, die Baltischen Staaten, Ungarn und Rumänien wussten
ihr Land gut darzustellen.
Müde und bildersatt
suchte ich am Abend mein Quartier, im Kolpinghaus in der Innenstadt,
auf. Das bequeme Bett und gute Frühstück ließen mich am nächsten
Tag erwartungsvoll wieder Richtung Expo Gelände ziehen.
Für diesen
Tag hatte ich mir das Westgelände mit dem Themenpark, speziell
Halle 9, Europa-, Afrika-, Lateinamerika- und Funsporthalle vorgenommen.
Stellvertretend für die Vielzahl der Eindrücke möchte ich hier
Brasilien nennen. Wer bereit ist, die Schuhe auszuziehen, kann
mit den Füßen in ein Meer von Maiskörnern eintauchen, in einem
Raum voll Puppen, Töpfen, Skulpturen u.a. an den Außenwänden.
Oder an einer Wand ein Relief mit Stäben erstellen, das aber gleichzeitig
auf der anderen Seite der Wand von jemand zunichte gemacht werden
kann. Ein Bild für viele Dinge im Leben. Da ich am Abend noch
die "Light and Fire Show" sehen wollte, hatte ich die Rückreise
erst für den Morgen des nächsten Tages gebucht. So verbrachte
ich noch eine erlebnisreiche Nacht auf dem Hauptbahnhof und hatte
dann eine sehr bequeme Rückreise.
Ist die
Expo, eine Weltausstellung, überhaupt notwendig? Das viele
Geld hätte man anderswo besser einsetzen können. Das waren zu
Beginn auch meine Gedanken.
Im Budget
eines Landes ist die Präsentation auf einer Weltausstellung auch
nicht größer als der Aufwand für den letzten Urlaub in einer Familienkasse.
Wird daraus der Schluss gezogen auf Urlaub ganz zu verzichten,
weil man dieses Geld besser anderswo einbringen könnte? Das muss
jeder selbst entscheiden. Aber nicht jeder kann oder will es sich
leisten nach Bhutan, Singapur oder Brasilien zu reisen. Einen
kleinen Eindruck dieser Länder kann man aber von so einer Ausstellung
mit nach Hause nehmen. Somit trägt diese Veranstaltung zum kennen
lernen anderer Kulturen und zur Völkerverständigung bei.
Wir können üben, einen Blick über den eigenen Tellerrand zu wagen.
Und als Veranstaltungsland können wir uns als guter Gastgeber
präsentieren. Es bietet sich die Möglichkeit bei ausländischen
Besuchern Vorurteile gegen unser Land abzubauen. Dass die Expo
zu Beginn so schlecht in der Presse beurteilt wurde ist unverständlich.
Ich halte die Eintrittspreise, dem Gebotenen gegenüber, für angemessen.
Die Erwartungen hinsichtlich höherer Besucherzahlen sind eine
unrealistische Einschätzung von Seiten der Organisatoren. Mehr
Menschen als in den ersten Augusttagen kann diese Ausstellung
gar nicht ertragen. Aber man darf von unfähigen Veranstaltern
nicht unbedingt auf die Veranstaltung schließen.
Ein finanzielles Defizit sollte unter der Rubrik "Werbung für
unser Land" verbucht werden.
Für mich kann ich das Resümee ziehen: Die Expo war eine Reise
wert!
Angelika
Gamer
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