Um den Haushaltsplan, die Haushaltssatzung und den Wirtschaftsplan des Wasserwerkes für das Jahr 2001 ging es in der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2000.

FWV- Fraktion im Gemeinderat Dettenheim

Haushaltsrede für den Haushaltsplan 2001

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Verwaltung, liebe Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats, sehr geehrte Mitbürger, Die Zuständigkeit für die finanzpolitischen Zielsetzungen unserer Gemeinde liegt beim Gemeinderat, der diese im Rahmen der Haushaltsberatungen und beim Beschluss des Haushalts wahrnimmt. Die Beratungen für den Haushalt 2001 liegen hinter uns, wobei naturgemäß nicht in allen Details Einigkeit erzielt wurde. Die Stellungnahme der FWV- Fraktion darf ich Ihnen dieses Jahr zu Gehör bringen.

Rückblick
Nachdem schon bei den Beratungen im letzten Jahr die schwarzen Wolken am Finanzhimmel der Vergangenheit zugeschrieben wurden, hat uns die Jahresabschlussrechnung für 1999 mit überplanmässigen Einnahmen von 1 Mio DM geradezu strahlenden Sonnenschein beschert und unsere Rücklagen kräftig gestärkt. Angesichts der vor uns liegenden Aufgaben war das auch dringend erforderlich.

An der Einnahmesituation des Verwaltungshaushalts erkennt man, dass die ersten Wolken bereits wieder aufziehen. 1/2 Mio. geringere Einnahmen im Vergleich zu den beiden letzten Jahren stehen uns ins Haus. Dramatisch ist für uns dabei vor allem der Rückgang unseres Gewerbesteueraufkommens um über 300 TDM. Erstmals seit über 20 Jahren erwirtschaften wir mit der Grundsteuer B mehr als mit der Gewerbesteuer! Der Anteil an Steuern -eigene Steuern und uns zustehende Steueranteile- fällt um 2% und Anteil der Zuweisungen steigt um 2%. Unsere Abhängigkeit vom Finanzausgleich ist also im Wachsen begriffen. Wir müssen hier nach Möglichkeiten suchen, langfristig die Situation zu verbessern.

Die Ausgaben des Verwaltungshaushalts müssen der Entwicklung Rechnung tragen. Einen großen Posten stellen die Personalausgaben dar. Da Dettenheim bei den Personalkosten vergleichsweise gut abschneidet ist hier für uns das Kosten/Leistungsverhältnis wichtig. Wir haben deshalb dem Verbleib des Grundbuchs und der Wiederbesetzung frei werdender Stellen in unserer Gemeinde zugestimmt. Damit verbinden wir aber die Erwartung an den Verwaltungschef, seine Vorstellungen über die zukünftige Organisationsstruktur baldmöglichst in die Diskussion mit dem Gemeinderat einzubringen. Eine solche mittelfristige Planung ist für uns Voraussetzung für jede Mark an Bauausgaben, die z.B. für ein "Bürgerbüro" getätigt werden soll.
Ein weiterer großer Posten auch im Verwaltungshaushalt ist die Vermögensunterhaltung, zu der ich beim Vermögenshaushalt noch kommen werde. Trotz der reduzierten Einnahmen konnte noch eine Zuführung zum Vermögenshaushalt von 740 TDM erreicht werden. Die Nettoinvestitionsrate, also das was wir ohne Schulden zu machen investieren können, liegt ungefähr bei 1/2 Mio. DM.

Unser Vermögenshaushalt sieht allerdings Ausgaben in Höhe von 7,2 Mio. DM vor. 1,8 Mio. DM kommen aus den Rücklagen, ca. 2 Mio. DM aus Vermögensveräußerungen, Beiträgen und Zuschüssen. Es wird eine Kreditaufnahme von über 2,6 Mio. DM erforderlich, über 1/3 des Vermögenshaushalts 2001 wird also kreditfinanziert. Mehr als 80 % der Mittel sind für Baumaßnahmen und unbewegliches Vermögen veranschlagt. Wer nun hinter diesem sprunghaften Anstieg der Investitionen prestigeträchtige Neubauprojekte vermutet, irrt. Es sind vor allem große Sanierungsmaßnahmen, die diese Mittel verschlingen.
Die Sanierungskosten für das Hallenbad sind inzwischen mit 2,3 Mio. DM veranschlagt, von denen 800 TDM im Haushalt 2001 aufzubringen sind. Dachsanierungen an der Tullaschule erfordern 540 TDM. Die Kläranlage erfordert einen ebenfalls im wesentlichen sanierungsbedingten Investitionskostenzuschuss von 460 TDM. Für die kommenden Jahre sind hier weitere Kosten voraussehbar. Bei der Feuerwehr sind An- und Ausbauten mit Einrichtungen für über 300 TDM vorgesehen, um die Sicherheit und Einsatzbereitschaft der Wehr zu gewährleisten. Ersatzbeschaffungen des Bauhofs von 250 TDM für Fahrzeuge und Geräte, der Schulen für Möbel und Geräte von 50 TDM und der Verwaltung für EDV von 20 TDM dienen ebenfalls nur dazu, den erreichten Standard aufrecht zu erhalten
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Unsere Fraktion hält diese wert- und funktionserhaltenden Investitionen für vorrangig. Nur wer willens ist, seine Einrichtungen zu erhalten, kann sich guten Gewissens neuen Vorhaben zuwenden. Daneben haben wir uns aber auch nicht gegen Zukunftsinvestitionen gesperrt. Die Erschließung von Baugebieten ist ein solcher Bereich. Investitionen in diese Richtung sind natürlich mit der Erwartung an den Mittelrückfluss und Einnahmen aus Grundstücksverkäufen in absehbaren Zeiträumen verbunden.
Dazu ist es erforderlich, die Erschließung auch zügig abzuwickeln. Dringender Handlungsbedarf besteht hier in der Haupt/ Dettenheimerstraße. Das Baugebiet Billäcker muss hinsichtlich seiner endgültigen Gestaltung und Verkehrsanbindung Konturen annehmen und im Baugebiet Nord West muss ein Weg für die Umlegung gefunden werden.

Für Grundstückskäufe sind 1,5 Mio. DM ausgewiesen. Dies ist für uns ganz klar eine Eventualposition. Es ist sicherlich richtig, dass die Gemeinde im Hinblick auf spätere Dorfsanierungsmaßnahmen hier in einem gewissen Umfang tätig wird. Allerdings brauchen wir aber jeweils klare Vorstellungen, was mit den entsprechenden Immobilien geschehen soll. Ohne ein überzeugendes mittelfristiges Konzept werden wir im Einzelfall keinen Aufkäufen mehr zustimmen. Auch hier muss in der Regel langfristig ein Mittelrückfluss erzielbar sein. Vielen anderen Investitionen stehen auch langfristig keine Einnahmen entgegen. Trotzdem sind sie notwendig. Für die EDV- Umstellung im Grundbuchamt und das Bürgerbüro sind zusammen 200 TDM eingesetzt. Die Druckentwässerung im Bereich Aussiedlerhöfe ist sicherlich ein gutes Beispiel für eine Zukunftsinvestition. Neben dem Kostenanteil der Gemeinde schlägt aber hier z.B. alleine der erforderliche Stromanschluß für die Pumpe an der Grillhütte mit 30 TDM zu Buche.

So ließe sich die Reihe noch lange fortsetzen und auch für die Investitionwünsche, die wir in den Vorberatungen gestrichen oder verschoben haben gute Begründungen anführen. Aber, meine Damen und Herren, das vorgesehene Investitionsvolumen erreicht die gerade noch vertretbare Obergrenze.

Zum einen aus finanzieller Sicht: Die Pro-Kopf-Verschuldung einschließlich Wasserwerk wird 2001 knapp 800 DM erreichen, was uns verkraftbar erscheint. Aber auch in den Folgejahren sind erhebliche Kreditaufnahmen vorgesehen, die den Schuldenstand weiter steigen lassen. Unsere Rücklagen sind sind nach dem Eingriff in 2001 auf den Mindestsatz reduziert.
Zum anderen müssen die Investitionen auch sinnvoll umgesetzt werden. Wir haben dies im Jahr 2000 nicht geschafft und bilden deshalb einen Haushaltsrest beim Hallenbad. Zu diesem stehen wir auch, da uns eine vernünftige Planungsgrundlage bei solchen Projekten erforderlich scheint, um nicht wie jetzt nach 10 Jahren die Sanierungsmaßnahmen sanieren zu müssen. Diese Planung ist auch erforderlich, um die Kostenentwicklung letztendlich unter Kontrolle zu halten.

Die Haushaltsansätze sind für uns hier die Obergrenze. Bei der Feinplanung und Umsetzung der einzelnen Maßnahmen ist jede vertretbare Einsparmöglichkeit zu nutzen. Und da stellt sich bei uns schon die Frage, ob eine Solaranlage beim Hallenbad soviel zur Energieeinsparung beiträgt, dass man dafür die Fenstererneuerung an der Schule auf spätere Jahre verschiebt oder ob bei einer Summe von 180 TDM für Skaterplätze nicht doch eine ortsteilübergreifende Lösung zwingend wird. Der Verlauf des Jahres wird uns zeigen, was Gemeinderat und Verwaltung tatsächlich mit der gebotenen Sorgfalt verwirklichen können.

Beim Eigenbetrieb Wasserversorgung hat die gute Ertragslage eine Gebührensenkung von 2,-- auf 1,50 DM/cbm möglich gemacht. Erleichtert haben wir zur Kenntnis genommen, dass die im Raum stehenden 25% Wasserverlust nicht real sind, sondern auf einem defekten Zähler beruhen. Andernfalls hätte dies sicher auch hier eine größere Sanierungsmaßnahme angekündigt. Bei den Müllgebühren haben die gestiegenen Transportkosten die Gebührenreduzierung des Landkreises wieder aufgefressen, so dass leider keine Gebührensenkung für die Bürger möglich ist.

Im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden hatten wir aber schon im letzten Jahr eine deutliche Senkung vorgenommen. Alle anderen Gebühren können wir ebenfalls stabil halten. Auch wenn sich im einen oder anderen Bereich der Deckungsgrad einem kritischen Wert nähert haben wir in diesem Jahr keine Notwendigkeit für eine Anpassung gesehen.

Am Ende meiner Ausführungen möchte ich der Verwaltung, insbesondere dem Rechnungsamt für die gute Vorbereitung der Haushaltsberatung danken. Wir sehen es durchaus auch als sinnvoll an, dass der Haushaltsplan im Gegensatz zu früher erst nach der Verabschiedung gedruckt und gebunden wird. Eine Bitte hätten wir allerdings: Der Vorbericht sollte als Entwurf schon vor der Verabschiedung zur Verfügung stehen. Neben den nackten Zahlen würden wir schon gerne den Kommentar und die Aussagen des Fachbeamten für den Finanzbereich mit unserer eigenen Einschätzung abgleichen.

Dr.Rainer Oberacker Manfred Werner