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erlauben Sie mir zur Ausgangslage zunächst einige
allgemeine Ausführungen.
Die Gemeinden fördern kraft Gesetz in bürgerschaftlicher
Selbstverwaltung
das gemeinsame Wohl ihrer Einwohner und erfüllen die
ihr von Land und Bund zugewiesenen Aufgaben. Dies verursacht
hohe Kosten. Aus sozialstaatlichen Gründen bzw. aus
dem öffentlichen Interesse heraus gibt es Einrichtungen,
bei denen die Entgelte nicht kostendeckend festgesetzt werden
können, wie z.B. Kindergärten, Schulen und Friedhöfe.
Wesentliche Einnahmequellen der Gemeinden, wie der Gemeindeanteil
an der Einkommensteuer und die Schlüsselzuweisungen,
entwickeln sich derzeit negativ. Kummer bereitet auf der
Ausgabenseite die vorgesehene Erhöhung der Kreisumlage.
Trotz dieser Beeinträchtigungen hat die Gemeinde für
eine bestmögliche und stetige Aufgabenerfüllung
zu sorgen.
Der Gemeinderat hat am 09.11.2004 die Nachtragshaushaltssatzung
mit
Nachtragshaushaltsplan und Finanzplanung für das Haushaltsjahr
2004
beschlossen. Erfreulicherweise kann nun statt der kalkulierten
Negativzuführung von 240.000,-- Euro mit einer Zuführung
zum
Vermögenshaushalt von 28.000,-- Euro gerechnet werden.
Wesentliche Gründe hierfür waren die um 130.000,--
Euro höher als kalkuliert ausgefallenen Gewerbesteuereinnahmen
sowie Minderausgaben beim Personal von 78.000,-- Euro. Inzwischen
sind die Neueinstellungen abgeschlossen. Für 2005 ist
davon auszugehen, daß die Personalausgaben wie kalkuliert
anfallen. Bei den Gewerbesteuereinnahmen wurde 2005 bereits
mit einer entsprechend höheren Einnahme kalkuliert.
Seit der Feststellung der Jahresrechnung per 31.12.2003
weisen wir bei den Rücklagen nur noch den gesetzlich
vorgeschriebenen Mindestbetrag von 194.000,-- Euro aus.
Lassen Sie mich nun zum Haushaltsplan 2005 Stellung nehmen
und mit dem Verwaltungshaushalt beginnen. Im Verwaltungshaushalt
werden die nicht vermögenswirksamen, laufenden Einnahmen
den Ausgaben gegenübergestellt.
Zu Beginn der Haushaltsberatungen wurde mit einer geplanten
negativen
Zuführung des Verwaltungshaushaltes an den Vermögenshaushalt
von 266.000,-- Euro kalkuliert, d.h. die laufenden Ausgaben
übersteigen somit die laufenden Einnahmen. Nach der
Gemeindehaushaltsverordnung sollten, vereinfacht ausgedrückt,
jedoch die laufenden Einnahmen die laufenden Ausgaben soweit
übersteigen, daß damit die Kreditverpflichtungen
und die Abschreibungen abgedeckt sind. Nur mit der damit
verbundenen Bildung von Rücklagen könnten die
erforderlichen künftigen Investitionen und Ersatzbeschaffungen
aus eigener Kraft finanziert werden. Wie die überwiegende
Anzahl der Gemeinden in Baden-Württemberg können
wir diesen gesetzlichen Vorschriften auch im kommenden Jahr
nicht gerecht werden. Der finanzielle Engpaß stellt
für die Verwaltung und den Gemeinderat eine große
Herausforderung dar. In den Haushaltsberatungen konnte als
Ergebnis konstruktiven Verhandelns erreicht werden, daß
der jetzt vorliegende Haushalt 2005 nur noch eine Negativzuführung
von 123.000,-- Euro bei einer Kreditaufnahme von 109.000,--
Euro ausweist. Alle vorgesehenen Maßnahmen wurden
genau überprüft. Einschnitte, Kürzungen bzw.
Verschiebungen mussten in vielen Bereichen, z.B. bei der
Verwaltung selbst, bei den Schulen, Kindergärten, Feuerwehren
und bei der Sporthalle vorgenommen werden. Erfreulicherweise
konnte erneut bei einzelnen Vorhaben mit den Beteiligten
vereinbart werden, daß durch die Gemeinde lediglich
Material für Maßnahmen bereitgestellt wird, damit
diese in Eigenregie durchgeführt werden können.
Hierfür bedanken wir uns. Wir glauben diese Vorgehenweise
wird in der Zukunft weiter an Bedeutung gewinnen.
Die Personalausgaben machen mit 1.994.000,-- Euro inzwischen
20,45 % der Gesamtausgaben des Verwaltungshauhaltes von
9.752.000,-- Euro aus. Bei der Kreisumlage kalkuliert die
Verwaltung mit einer Erhöhung von 29,95 v.H. auf 32,00
v.H. der Steuerkraftsumme. Ursache hierfür ist die
dem Landkreis obliegende Finanzierung der auf Rekordniveau
gestiegenen Sozialausgaben. In der Haushaltsrechnung 2003
des Landkreises Karlsruhe wird ausgewiesen, daß die
Kreisumlage nur noch 81 % der Sozialausgaben abdeckt, während
zwei Jahre zuvor die Kreisumlage hierfür noch in vollem
Umfang ausreichte. Über den Haushalt des Landkreises
wird frühestens im Januar 2005 Beschluß gefasst,
da derzeit unter anderem die Auswirkungen von Hartz IV noch
nicht abschließend abgeschätzt werden können.
Wir müssen daher solange mit der Unsicherheit leben,
daß die kalkulierte Erhöhung der Kreisumlage
nicht ausreicht. Eine um einen weiteren Prozentpunkt ansteigende
Kreisumlage würde für unseren Verwaltungshaushalt
eine zusätzliche Belastung von 44.000,-- Euro bedeuten.
Die jetzt kalkulierte Kreisumlage von 1.409.000,-- Euro
entspricht 14,45 %
des Gesamtvolumens des Verwaltungshaushaltes.
Auf der Einnahmenseite ist mit einem spürbaren Rückgang
des Gemeindeanteils der Einkommensteuer und der Schlüsselzuweisungen
des Landes zu rechnen. In der Summe fehlen uns hier rund
200.000,-- Euro gegenüber dem Ansatz für 2004.
Erfreulicherweise können wir beim Abwasser einen Gewinnvortrag
gebührenmindernd an den Verbraucher weitergeben. Die
kostendeckende
Verbrauchsgebühr sinkt von 1,60 Euro auf 1,50 Euro
pro Kubikmeter Abwasser, was einer Reduzierung von über
6 % entspricht. Auch beim Wasser ist bei einem kostendeckenden
Ansatz eine Reduzierung von 5 Cent je Kubikmeter möglich,
die wir an den Verbraucher weitergeben. Die Gebühr
wird in 2005 1,00 Euro betragen.
Alle kostenrechnenden Einrichtungen wurden einer genauen
Überprüfung
unterzogen. Gebühren wurden dort angepasst, wo es geboten
und vertretbar
erscheint. Aufgrund der geringeren Einnahmen bei der Einkommensteuer
und den Schlüsselzuweisungen sowie der erhöhten
Kreisumlage, deren Umfang noch nicht abschließend
beurteilt werden kann, wurde bei den Haushaltsberatungen
die Erhöhung der seit 1998 geltenen Hebesätze
bei den Realsteuern erwogen. Der in § 78 der Gemeindeordnung
verankerte Grundsatz der Einnahmebeschaffung schreibt die
Rangfolge der Einnahmen vor. Demnach darf eine Gemeinde
Kredite nur aufnehmen, wenn eine andere Finanzierung nicht
möglich ist oder wirtschaftlich unzweckmäßig
wäre. Der Gemeinderat hat nach ausführlichen Beratungen
und nach Abwägung aller Alternativen einstimmig am
07.12.2004 eine Erhöhung der Realsteuern beschlossen,
um eine noch höhere Kreditaufnahme zu vermeiden. Dabei
wurden die Sätze auf die Anrechnungshebesätze
für den Ausgleichsstock angehoben. Die Anhebung macht
bei der Grundsteuer knapp 7 % und bei der Gewerbesteuer
ca. 3 % aus. Wir bedauern diesen Schritt und bitten die
davon Betroffenen um Verständnis.
Im Vermögenshaushalt sind die Investitionen und Investitionsförderungsmaßnahmen,
Tilgungsausgaben sowie die
vermögenswirksamen Einnahmen wie z.B. Zuweisungen und
Kredite enthalten.
Für 2005 wird im Vermögenshaushalt mit einem Volumen
von ca. 1,7 Mio. Euro geplant. Dies müsste organisatorisch
zu schaffen sein. Aus unseren
Vorschlägen zum Maßnahmenkatalog möchte
ich beispielhaft zwei Maßnahmen herausgreifen. Für
die Verkehrsberuhigung in der Dettenheimer Str. sind Mittel
von 127.000,-- Euro geplant, hierfür erhält die
Gemeinde eine
Förderung aus dem Programm Entwicklung ländlicher
Raum (ELR). Die
Entwässerung des Geländeabbruchs am Erlenbusch
wird mit 40.000,-- Euro
angesetzt. Hier hoffen wir auf eine Realisierung unter dem
Kostenansatz. Für
die Gemeinde bedeuten die Hallen eine erhebliche finanzielle
Dauerbelastung.
So ist für die Betonsanierung der Außenfassade
der Pfinzhalle mit einem
Aufwand von 91.000,-- Euro zu rechnen. Eine neue Heizung
in der Festhalle
ist mit 155.000,-- Euro veranschlagt. Dies sind notwendige
Erhaltungsaufwendungen, die leider keinen zusätzlichen
Nutzen oder künftige
Mehreinnahmen bringen. Ein Investitionszuschuß an
die Verwaltungsgemeinschaft für die Kläranlage
belastet den Vermögenshaushalt mit 131.000,-- Euro.
Sanierungsmaßnahmen im Sanierungsgebiet im alten Ortskern
von Rußheim sind mit 325.000,-- Euro veranschlagt,
wovon ein Teilbetrag von 195.000,-- Euro bei den Einnahmen
als Zuschuss vom Land abgedeckt ist.
Auf der Einnahmenseite schlägt mit einem Anteil von
insgesamt über 50 % der Verkauf von Bauplätzen
im Baugebiet Erikaweg zu Buche. Hier wird mit dem Verkauf
von 10 Bauplätzen kalkuliert. Die Ausgestaltung dieses
Baugebietes mit den großzügigen Grünflächen
würde einen höheren Grundstückspreis rechtfertigen.
Die Baugrundstücke werden somit zu einem günstigen
Preis angeboten. Wir hoffen, daß dies möglichen
Interessenten bewußt ist und daß die geplanten
Verkäufe realisiert werden können, da sie zur
Deckung der laufenden Kosten des Verwaltungshaushalts als
Ersatzdeckungsmittel benötigt werden. Eine Entnahme
aus den Rücklagen scheidet aus, weil hier wie bereits
erwähnt nur noch der gesetzlich vorgeschriebene Mindestbetrag
vorhanden ist.
Die langfristigen Verbindlichkeiten der Gemeinde einschließlich
des
Wasserwerks wurden für das kommende Jahr mit 1.993.000,--
Euro berechnet.
Dies entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 295,-- Euro.
Wir liegen hier
im Vergleich zu anderen umliegenden Städten und Gemeinden
unter dem
Durchschnitt. Gemessen an den aber ebenfalls unterdurchschnittlichen
Möglichkeiten der Einnahmebeschaffung unserer Gemeinde
kommt umsichtigem Handeln weiterhin eine besondere Bedeutung
zu. Dies auch vor dem Hintergrund, daß durch die mittelfristig
notwendigen Investitionen laut
einer Berechnung unserer Gemeindeverwaltung bis 2008 mit
einem Anstieg der Verbindlichkeiten auf 3.049.000,-- Euro
zu rechnen ist, was dann eine
Pro-Kopf-Verschuldung von 452,-- Euro bedeuten würde.
Bei der Finanzplanung 2004-2008 hoffen wir sowohl beim
Gemeindeanteil an der Einkommensteuer als auch bei den Schlüsselzuweisungen
auf einen Anstieg.
Hierzu bedarf es einer baldigen deutlichen Belebung der
Konjunktur. Die
Verwaltung hat bei den Einnahmen aus Verkauf, Mieten und
Pachten auch einen Anstieg der Kiespacht eingerechnet. Unter
diesen Prämissen wäre der Haushalt 2006 wieder
ausgeglichen, würde jedoch noch nicht den hohen gesetzlichen
Ansprüchen genügen.
Bei den künftigen Aufgaben der Gemeindeverwaltung
denken wir z.B. auch an
die Unterhaltung der großzügigen Grünflächen
und des hierin integrierten
Spielplatzes im neuen Baugebiet Erikaweg.
Eine weitere wichtige Aufgabe sehen wir in der Erstellung
eines Konzeptes
für die Betreuung von Senioren in Dettenheim. Die Gesamtverantwortung
für
das Projekt liegt bei der Gemeinde. Eine Beratung des entsprechenden
Fachbereichs des Landratsamtes ist bereits erfolgt. Nach
Ermittlung des
Bedarfs gilt es hier einen attraktiven Standort, einen solventen
und
kompetenten Investor sowie einen zuverlässigen Betreiber
zu finden.
Eine Herausforderung stellt die Ortskernsanierung dar.
Mit dem
Entwicklungsprogramm ländlicher Raum wird insbesondere
das Ziel verfolgt,
die insgesamt großen Potenziale für die Entwicklung
von Wohnflächen in
beiden Ortskernen zu nutzen.
Personelle Voraussetzungen für die künftigen
Aufgaben sind geschaffen, da alle im Stellenplan ausgewiesenen
Stellen besetzt sind. Durch die
Einrichtung des Bürgerbüros müssen andere
Bereiche entlastet werden, so daß dort zusätzliche
Aufgaben erfüllt werden können.
Im Rahmen der Haushaltsberatungen forderten wir die Erstellung
eines
Immobilienkonzepts, aus dem klare Ziele und Maßnahmen
für die
gemeindeeigenen Immobilien ersichtlich sind. Beispielhaft
sei in diesem
Zusammenhang die leerstehende ehemalige Hausmeisterwohnung
in der
Pestalozzischule genannt, die schnellstens sinnvoll genutzt
werden sollte.
Ende Oktober wurden die Städte und Gemeinden gesetzlich
verpflichtet, bis
2010 die Kleinkindbetreuung ''bedarfsgerecht'' auszubauen.
Die Realisierung
dieser Vorgabe stellt in finanzieller Hinsicht eine besondere
Herausforderung für Städte und Gemeinden dar.
Das FFH-Programm wird die Entwicklungsmöglichkeiten
der Gemeinde
einschränken, während uns das LIFE-Programm finanziell
belasten kann.
Beim ÖPNV muß die Gemeinde für eine Verbesserung
für unsere Bürger kämpfen. Es wäre schade,
wenn mit der probeweisen Einrichtung der Busverbindung nach
Graben, nichts erreicht worden wäre, da hierfür
auch Kosten für die Gemeinde angefallen sind.
Grundsätzlich müssen künftigen Investitionen
oder neu einzugehenden
finanziellen Verpflichtungen, die der Steigerung der Effizienz
dienen
sollen, entsprechende Einsparungen gegenüberstehen,
die im Vorfeld
nachvollziehbar darzulegen sind. Hierauf werden wir auch
in Zukunft
weiterhin achten.
Dem Haushaltsplan 2005 sowie dem Wirtschaftsplan 2005 für
den Eigenbetrieb Wasserversorgung stimmt die Fraktion der
Freien Wähler zu.
In den Haushaltsberatungen wurden nahezu alle Positionen
kritisch
begutachtet. Für die geduldige und kompetente Beantwortung
aller
Detailfragen bedanken wir uns bei Herrn Bürgermeister
Lothar Hillenbrand
sowie beim Rechnungsamtsleiter Thomas Dewald.
Vielen Dank Ihnen allen für Ihre geschätzte Aufmerksamkeit.
Jürgen Ratzel
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