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die Arbeitslosigkeit ist weiter gesunken. Durch die stabile
Konjunktur, aber auch das milde Wetter hat sich die Herbstbelebung
am Arbeitsmarkt bis in den November fortgesetzt, erklärte
der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit
am 30.11. diesen Jahres.
Die vom 02. bis 03. November durchgeführte Sitzung
des Arbeitskreises Steuerschätzung kam zu dem erfreulichen
Ergebnis, dass die zuletzt im Mai 2006 durchgeführte
Steuerschätzung um 19,4 Mrd. Euro für das Jahr
2006 übertroffen wird. Die konjunkturelle Dynamik ist
stärker als noch im Frühjahr angenommen und so
wurde auch die Steuerschätzung für das Jahr 2007
um 20,1 Mrd. Euro angehoben.
Während man sich in der großen Politik damit
beschäftigt zu klären, wer welchen Anteil an diesen
Erfolgen hat, stellen wir uns als Kommunalpolitiker der
Gemeinde Dettenheim die Frage, ob von diesen positiven Anzeichen
auch die Kommunen und speziell wir in Dettenheim profitieren
werden. Nach den Ausführungen des Arbeitskreises Steuerschätzung
partizipieren die Kommunen in Höhe von etwa 20 % von
den Steuermehreinnahmen. Die aktuell positive Entwicklung
trägt somit zur Entlastung der öffentlichen Haushalte
bei. Dennoch muss der eingeschlagene Konsolidierungskurs
konsequent fortgesetzt werden, da immer noch langfristig
gesehen eine strukturelle Unterfinanzierung besteht.
Unter dem Motto
"Fortsetzung des eingeschlagenen Konsolidierungskurses’’
sind daher unsere diesjährigen Haushaltsberatungen
abgelaufen.
Erstmals schloss der Verwaltungshaushalt der Gemeinde Dettenheim
in der Jahresrechnung 2005 mit rund 95.600,-- Euro negativ
ab. Dies ist Beleg dafür, dass der Gemeinderat bei
der Erstellung des Haushaltsplanes 2005 mit einer kalkulierten
Negativzuführung von 123.000,-- bereits umsichtig und
vorausschauend beraten hat. Unsere Ausgangslage
hat sich durch die deutlich erkennbare Verbesserung auf
der Einnahmenseite in 2006 erfreulicherweise aber wieder
verbessert.
Lassen Sie mich in unserer Stellungnahme zum Haushaltsplan
2007 zuerst auf den Verwaltungshaushalt
eingehen.
Erleichterung machte sich breit, als zu Beginn der Haushaltsberatungen
aus den Eckwerten für den Haushalt 2007 ersichtlich
war, dass im Gegensatz zu den beiden vorangegangenen Jahren
bereits ohne Ausgabenkürzungen oder Gebührenerhöhungen
mit einer ansehnlichen Zuführungsrate im Jahre 2007
gerechnet werden kann. Dennoch wurden alle Ausgaben kritisch
hinterfragt und im Ergebnis konnte eine Zuführungsrate
von 604.350,-- Euro ausgewiesen werden.
Bedeutendste Position auf der Ausgabenseite sind weiterhin
die Personalausgaben, die mit 1.999.100,-- Euro veranschlagt
sind. Dies entspricht 18,5 % der Gesamtausgaben des Verwaltungshauhaltes
von 10.791.900,-- Euro. Bei der Kreisumlage kalkulieren
wir wieder defensiv mit 32 %, obwohl der Landrat in seiner
Etatrede Mitte November hat durchblicken lassen, dass er
sich auch eine Senkung der Kreisumlage um einen dreiviertel
Punkt vorstellen könnte. Die Kreisumlage wird mit 1.350.550,--
12,5 % unserer Gesamtausgaben im Verwaltungshaushalt ausmachen.
Bei der Pestalozzischule sind für besondere Gebäudeunterhaltung
um rund 100.000,-- Euro höhere Ausgaben gegenüber
dem Vorjahr geplant. Im Wesentlichen handelt es sich dabei
um verschiedene neue Fensterelemente. Mit der Frage, ob
hier auch günstigere Möglichkeiten in Betracht
kommen, wird sich der technische Ausschuss vor Ausschreibung
der Arbeiten noch zu befassen haben.
Mit den gegenüber dem Vorjahr um rund 54.000,-- Euro
höher veranschlagten Ausgaben für Gemeindestraßen
müsste die Beseitigung eines aus den Vorjahren vorhandenen
Reparaturstaus im Bereich der Gehwegsanierung und bei der
Ausbesserung einzelner Straßenabschnitte möglich
sein.
Infolge des höher zu erwartenden Steueraufkommens
ist in 2007 beim Gemeindeanteil an der Einkommensteuer mit
einem deutlichen Anstieg von 255.000,-- Euro zu rechnen.
Zusätzlich profitieren wir bei den Schlüsselzuweisungen
noch von unserer in 2005 geringen Steuerkraft, so dass wir
auch hier ein Plus von rund 305.000,-- Euro einkalkulieren
können. Mit diesen Mehreinnahmen müssen wir aber
vorsichtig umgehen, da zukünftig mit geringeren Zuweisungen
gerechnet werden muss, da in den Folgejahren die jetzt höhere
Steuerkraft unserer Gemeinde zugrunde gelegt wird.
Im Zuge der Haushaltsberatungen wurden wieder alle Gebühren
einer Kalkulation unterzogen. Entgegen dem allgemeinen Trend
können wir in der Summe unseren Bürgern im kommenden
Jahr Gebührenerhöhungen ersparen.
Im Vermögenshaushalt wurde
für das kommende Jahr ein realisierbares Volumen von
rund 1,5 Mio. Euro geplant. Wir liegen hierbei in einem
Bereich, der in den vergangenen Jahren auch in die Tat umgesetzt
wurde.
Aus den kontrovers geführten Diskussionen sowohl im
Verwaltungsausschuss als auch im Gemeinderat wurde deutlich,
dass der geplanten Neuanschaffung eines Dienstfahrzeuges
für 15.000,-- Euro noch eine geeignete Alternativlösung
gegenüberzustellen ist.
Für Ersatzgeräte und Verbesserungen an den Spielplätzen
wurden 31.500,-- Euro bereitgestellt.
Für die Sanierung des Mühlenweges sind 75.000,--
Euro veranschlagt. Hinzu kommen noch 18.000,-- Euro nach
Abzug eines Zuschusses der EnBW für das Verlegen der
dortigen Stromleitung unter die Erde. Wie diese Maßnahme
konkret umgesetzt wird ist sicherlich noch im technischen
Ausschuss zu beraten.
Gleiches gilt auch für die mit 37.500,-- Euro kalkulierte
neue Heizung im Kindergarten Sternschnuppe.
Handlungsbedarf ist am Erikaweg erkennbar. Für dessen
Asphaltierung sind unter der Position Feldwege 60.000,--
Euro veranschlagt. Wie wir damit umgehen werden, ist derzeit
aber offen. Hier muss der Gemeinderat vor der Ausführung
nochmals eingehend prüfen, ob nicht doch eine deutlich
kostengünstigere Reparatur und das Herangehen an eine
"große Lösung" mit Umfahrung des Plangebiets
Erikaweg II ab dem Jahr 2008 die zweckmäßige
Lösung darstellt.
Es wäre wünschenswert, wenn die für 2007
veranschlagten 250.000,-- Euro für Grundstückskäufe
im Rahmen der privaten Erschließung im Baugebiet Nord-West
VI eingesetzt werden könnten.
Für Sanierungsmaßnahmen in Russheim sind auch
im kommenden Jahr wieder 325.000,-- Euro eingestellt.
Gewichtige Haushaltsreste sind noch bei folgenden älteren
Maßnahmen vorhanden:
Einmündung Dettenheimer Str./Hauptstr. (ELR) 127.000,--
Euro aus 2005
Umgestaltung Hauptstr. (ELR) 100.000,-- Euro aus 2006
Innensanierung Festhalle 287.000,-- Euro aus 2004, 2005
und 2006
LIFE-Projekt 61.000,-- Euro aus 2005 und 2006
Entwässerung Erlenbusch 40.000,-- Euro aus 2005
Wir werden darauf achten, dass insbesondere die Maßnahmen
für die die Gemeinde einen Zuschuss aus dem Programm
Entwicklung ländlicher Raum (ELR) erhalten kann und
das Vorhaben Entwässerung des Erlenbusch, nun kurzfristig
in Angriff genommen werden.
Neben Zuschüssen zu Sanierungsmaßnahmen stellen
auch in diesem Jahr die geplanten Erlöse aus Grundstücksverkäufen
mit 670.000,-- Euro eine wesentliche Einnahmequelle des
Vermögenshaushaltes dar. Erfreulicherweise können
wir aber auch mit der ansehnlichen Zuführungsrate aus
dem Verwaltungshaushalt von 604.000,-- Euro einen erheblichen
Teil des Vermögenshaushaltes bestreiten. Eine erneute,
wenn auch geringe, Dotierung unserer Rücklagen scheint
möglich.
Da wir im kommenden Jahr ohne neue Kredite über die
Runden kommen, wird sich der Stand der langfristigen
Verbindlichkeiten der Gemeinde einschließlich
des Wasserwerks durch planmäßige Tilgungen auf
insgesamt 1.449.000 Euro reduzieren, was einer Pro-Kopf-Verschuldung
von 215,-- Euro entspricht.
Weiterhin hohe Steuereinnahmen unterstellt rechnen wir
in der Finanzplanung 2006-2010
mit jährlichen Zuführungen zum Vermögenshaushalt
in der Größenordnung von über 600.000,--
Euro. Wir wissen aber auch, dass Steuereinnahmen für
einen längeren Zeitraum voraus schwer zu kalkulieren
sind. Größere Investitionen werden in den kommenden
Jahren im Bereich der Kläranlage und bei der Unterhaltung
der gemeindeeigenen Gebäude zu meistern sein, weshalb
wir weiterhin sparsam wirtschaften müssen.
Auch ist es für uns unabdingbar, die eigene Finanzkraft
zu stärken oder zumindest zu erhalten. Deshalb haben
wir mehrheitlich der Erweiterung des Baggersees Gießen
zugestimmt. Damit verknüpfen wir aber eindeutig die
Erwartung, dass der Betrieb langfristig gesichert werden
kann und die Einnahmen zunächst einmal zur Verbesserung
der Situation am Baggersee selbst und bei der Straßenerschließung
zur Kiesabfuhr eingesetzt werden. Die Interessen der einheimischen
Nutzer, -Angler, Segler, Badegäste- müssen dabei
angemessen berücksichtigt werden.
Bei den zukünftigen Projekten
der Gemeinde handelt es sich ausnahmslos um Bedürfnisse,
die schon seit längerer Zeit bestehen. Zum Teil auch
aus Gründen, die nicht in der Macht des Gemeinderats,
der Gemeindeverwaltung oder des Bürgermeisters stehen,
sind wir im jetzt zu Ende gehenden Jahr häufig nicht
entscheidend weitergekommen. Da die Projekte bereits bekannt
sind, möchte ich mich in meinen Ausführungen beschränken.
Auf eine konkrete Maßnahme möchte ich zuerst
eingehen, und hierzu ein Zitat des griechischen Philosophen
Epiktet voranschicken: ‚‚Bei allem was du tust,
bedenke die notwendigen Voraussetzungen und die Folgen,
dann erst beginne.’’
Weil wir die notwendigen Voraussetzungen und die Folgen
einer L602-Umgehung von Russheim anders als die anderen
Fraktionen im Gemeinderat einschätzen, werden Sie die
Forderung nach derselben bei uns nicht finden. Gehen Sie
davon aus, dass es sich bei anderen Forderungen, die Sie
bei uns vielleicht vermissen, genauso verhält.
Wir werden verstärkt darauf achten, dass Maßnahmen,
für die Mittel bereits in vergangenen Jahren bereitgestellt
wurden nun konstruktiv angegangen werden. Weiterhin wollen
wir unseren Beitrag dazu leisten, dass jetzt kurzfristig
beim Anwesen Bächlestr.1 die künftige Nutzung
geregelt und dass das Projekt Betreutes Wohnen vorangetrieben
wird.
Den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung danken wir für
die geleistete Arbeit im zu Ende gehenden Jahr. Besonders
danken wir den Amtsleitern Eva Steinhoff, Günter Zwecker
und Thomas Dewald, die durch Ihre Arbeit die Tätigkeit
des Gemeinderats tatkräftig unterstützen.
Herzlich danken wir auch unserem Bürgermeister, Herrn
Lothar Hillenbrand, unserem Ortsvorsteher, Herrn Manfred
Werner, und allen Mitgliedern des Gemeinderats und des Ortschaftsrats.
Unseren Stammgästen unter den Besuchern bei den Gemeinderatsitzungen
danken wir für Ihr Interesse an unserer Arbeit.
Dem Haushaltsplan 2007 sowie dem Wirtschaftsplan 2007 für
den Eigenbetrieb Wasserversorgung stimmt die Fraktion der
Freien Wähler zu.
Vielen Dank Ihnen allen für Ihre Aufmerksamkeit.
Jürgen Ratzel
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