Umfahrung Rußheim:
Schrittweise ins (Verkehrs)chaos?


Kritische Fragen aus der Bevölkerung zur bevorstehenden Planfeststellung für die L602 zwischen Rußheim und Huttenheim haben Bewegung in die lange ruhenden Fragen der Verkehrsführung gebracht. Die Tagesordnung der letzten Gemeinderatssitzung enthielt den Beschlussvorschlag des Bürgermeisters, die Planung für eine Umfahrung Rußheims von der L602 zur K3533 (Kreisstraße Rußheim-Graben) als „Gemeindeprojekt“ voranzutreiben.
Nach einhelliger Meinung der Freien Wähler Gemeinderäte ist dies die falsche Vorgehensweise. Nachdem sich eine Gemeinderatsmehrheit im März 2000 gegen unsere Stimmen für die direkte Anbindung der L602 an die Ausfahrt Huttenheim der B35 ausgesprochen hatte, war lange genug Zeit, um die Konsequenzen dieser Entscheidung auszuloten und weitere Maßnahmen zu konkretisieren. Geschehen ist allerdings wenig. Lediglich zu einer Planungsstudie konnte man sich durchringen, in welcher die grundsätzlichen Möglichkeiten und Folgen einer Umfahrung des Ortsteils Rußheim durch eine direkte Verbindung der L602 (nördlich von Rußheim) mit der K3533 (östlich der Waldmühle) analysiert wurde.
Ergebnis war ein grober Kostenrahmen und eine prognostizierte Zunahme des überörtlichen Durchgangsverkehrs. Dabei, wen wundert es, nähme der Verkehr durch Rußheim ab und durch Liedolsheim sowie vor allem durch Graben drastisch zu. Wer die Geschichte der Ostumgehung von Graben verfolgt hat, erkennt, wie unrealistisch ein solches Gedankenspiel ist. Unsere Nachbargemeinde würde sich mit Erfolg dagegen wehren, dass der mühsam aus dem Ort verdrängte Verkehr durch die Dettenheimer erneut dort eingeleitet würde. Diese Ergebnisse liegen nun seit Ende 2002 auf dem Tisch. Auch die logische Problemlösung, nämlich die K3533 südwestlich um Graben herum auf die alte B36 zu führen, wurde damals analysiert. Das Ergebnis: alle drei Ortschaften würden vom Durchgangsverkehr entlastet. Allerdings hätte man dann faktisch die gescheiterte Westumgehung zusätzlich zur Ostumgehung Graben gebaut.
Eine solche Verkehrsvariante halten wir nicht grundsätzlich für ausgeschlossen. Aber, um ehrlich zu sein, wir betrachten die Realisierung das als ein sehr schwieriges Problem, dessen Lösung erhebliche Zeiträume in Anspruch nehmen kann. Mit der bisherigen Taktik der Einzelschritte wird man hier scheitern. Die Hoffnung, den zunehmenden Verkehrsdruck als Hebel für den nächsten Teilschritt einzusetzen, kommt einem Roulette-Spiel gleich und setzt die Anwohner an unseren Durchgangsstraßen einem völlig unkalkulierbaren Risiko aus.
Die logische Folgerung wäre, spätestens jetzt zu klären, ob und auf welchem Zeithorizont eine Gesamtumfahrung aller Ortschaften machbar ist. Dazu gehört vor allem das Gespräch mit Graben-Neudorf. Unser dahingehender Antrag wurde leider mehrheitlich abgelehnt und die weitere „gemeindeeigene“ Planung der Umfahrung Rußheim beschlossen. Es sieht wohl so aus, dass unsere Fraktion derzeit alleine dasteht mit ihren Bedenken.

Orts- und Gemarkungsrundfahrt der Freien Wähler Dettenheim
Am Samstag, 27.09.2008 fant die diesjährige Gemarkungsrundfahrt der Freien Wähler Dettenheim statt. Bei dieser Rundfahrt wurden mögliche bzw. anstehende Maßnahmen der interessierten Einwohnerschaft durch unsere Gemeinderäte erläutert. Anregungen und Wünsche wurden angenommen. Die Bevölkerung war herzlich eingeladen an der Rundfahrt teilzunehmen.