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Sehr geehrter Herr Bürgermeister Hillenbrand, werte
Kolleginnen und Kollegen des Gemeinderats, meine sehr geehrten
Damen und Herren,
was erwarten Bürger von Gemeinderäten, die wissen,
dass wesentliche Einnahmequellen und Verdienstmöglichkeiten
der Gemeinde von Umständen abhängig sind, die
die Gemeinde nicht oder nur gering beeinflussen kann. Die
Ausgaben bestehen im Wesentlichen aus Fixkosten, die vorgegeben
sind. Noch vor drei Jahren standen wir, was die Rücklagen
betraf, finanziell mit dem Rücken zur Wand. In den
beiden vorangegangenen Jahren ist es uns gelungen, wieder
etwas Speck anzulegen. Die künftigen Einnahmen werden
günstig prognostiziert, aber wir wissen auch, dass
wir weiterhin den äußeren Umständen ausgesetzt
sind.
Wir, die Freien Wähler, meinen, dass es im Sinne unserer
Bürger war, auch bei den diesjährigen Haushaltsberatungen
den Blick auf das Wesentliche zu lenken mit dem Ziel, den
gewonnenen finanziellen Spielraum weiter auszubauen.
Nach unserem Verständnis ist es noch zu früh,
schon jetzt allzu große Hoffnungen auf die Realisierung
von Großprojekten zu verbreiten, da zuerst dringend
notwendige Investitionen und Erhaltungsaufwendungen zu meistern
sind.
Mit einer die positiven Erwartungen übertreffenden
Zuführungsrate von 704.516,-- Euro schloss der Verwaltungshaushalt
der Gemeinde Dettenheim in der Jahresrechnung 2006 ab. Darlehensaufnahmen
konnten erneut vermieden werden und der Stand der Rücklagen
erreichte Ende des Jahres 2006 annähernd wieder die
Millionengrenze. Wir liegen damit immer noch unter dem langjährigen
Schnitt unserer Gemeinde, haben an finanziellem Spielraum
aber wieder gewonnen.
Die finanzielle Abhängigkeit der Gemeinde von äußeren
Einflüssen wird nirgends so deutlich wie bei der Betrachtung
der Einnahmen und Ausgaben des Verwaltungshaushalts.
Vergleichsweise hohe Steuereinnahmen gepaart mit einer relativ
niedrig zu erwartenden Kreisumlage lassen für 2008
im Ergebnis auf eine Zuführungsrate von rund 986.000,--
Euro hoffen.
Der Gemeindeanteil an der Einkommensteuer wird 2008 vermutlich
um 15 % über dem letzten festgestellten Jahresergebnis
von 2006 liegen. Bei der zweitgrößten Einnahmequelle
des Verwaltungshaushaltes, den Schlüsselzuweisungen
des Landes, erwarten wir 2008 einen Zuwachs von 25 % gegenüber
dem Jahr 2006. Beide Einnahmequellen können wir nicht
beeinflussen und müssen daher bei dem geringen Teil
der Gemeindefinanzen, die wir lenken können, Vorsicht
und Weitblick walten lassen.
Die um rund 5 % auf rund 2,1 Mio. Euro gestiegenen Personalausgaben
als weiterhin bedeutendste Position auf der Ausgabenseite
des Verwaltungshaushaltes resultieren im wesentlichen aus
Tarifsteigerungen und Belastungen aus Altersteilzeitverträgen
und Zahlungen an Pensionäre.
Zu begrüßen ist die auf die Initiative der evangelischen
Kirchengemeinde Rußheim zurückgehende Bereitstellung
von 10.000 Euro zur Einstellung eines Sozialarbeiters.
Wir hoffen, dass dieses zunächst befristete Gemeinschaftsprojekt
zur Betreuung der Jugendlichen gut angenommen und zukunftsfähig
sein wird.
Während in der Pestalozzischule für besondere
Gebäudeunterhaltung wie z. B. die Sanierung der zweiten
Toilettenanlage insgesamt rund 113.000,-- Euro veranschlagt
sind, werden für den Umkleide- und Sanitärbereich
der Sporthalle rund 50.000,-- Euro bereitgestellt.
Für die allgemeine Unterhaltung der Straßen
inklusive der Gehwegesanierung stehen im nächsten Jahr
140.000,-- Euro zur Verfügung. Da größere
Abschnitte angegangen werden sollen, wird die Verwaltung
eine Prioritätenliste erstellen.
Auch die Feldwege sollen mit einem Budget von rund 20.000,--
Euro im kommenden Jahr auf Vordermann gebracht werden.
Regelmäßig teuer zu stehen kommt uns die laufende
Unterhaltung der Kanäle und Pump- bzw. Hebewerke. Für
das kommende Jahr sind in diesem Bereich rund 76.000,--
Euro angesetzt.
Da Über- oder Unterdeckungen im Bereich der Wasserversorgung
und bei der Müllentsorgung innerhalb vorgegebener Zeiträume
ausgeglichen werden müssen und wir bei den Bestattungsgebühren
einen bestimmten Kostendeckungsgrad anstreben, wurden wieder
alle Gebühren neu kalkuliert.
Aufgrund der erforderlichen Investitionen bei der Kläranlage
sind wir trotz der Gebühren mindernden Verwendung des
Gewinnvortrages um eine Erhöhung der Abwassergebühren
von bisher 1,85 Euro je cbm Abwasser auf 2,15 Euro je cbm
Abwasser nicht umhin gekommen. Über eine Senkung der
Wassergebühren von 0,80 Euro je cbm haben wir beraten,
da vielleicht auch im kommenden Jahr ein Überschuss
beim Wasser erzielt werden kann. Letztlich konnten wir uns
dazu aber nicht entschließen, da nach Abschluss der
notwendigen Investitionen möglicherweise mit einer
weiteren Erhöhung der Abwassergebühren in 2009
gerechnet werden muss und wir möglichst einigermaßen
konstante und berechenbare Gesamtgebühren für
Wasser und Abwasser erheben wollen.
Aufgrund der Rückdelegation der Abfallbeseitigung
an den Landkreis zum 01.01.2009 sind sämtliche Vorjahresgewinne
im Jahre 2008 auszugleichen. Die Vorjahresgewinne von rund
42.000,-- Euro ermöglichten eine einmalige Minderung
bei den Müllgebühren im kommenden Jahr. Ab 2009
ist dann unter Federführung des Landkreises und durch
Wegfall des positiven Sondereffekts aus 2008 mit einer deutlichen
Gebührenerhöhung zu rechnen.
Der Gemeinderat hat sich in konstruktivem Dialog der Frage
einer gerechten Anhebung der Gebühren im Bestattungswesen
gestellt. Dabei waren einerseits die durch Investitionen
und daraus resultierende höhere Abschreibungen und
höhere kalkulatorische Zinsen resultierende Mehraufwendungen
sowie der Trend zu mehr Urnenbestattungen zu berücksichtigen.
Im Ergebnis wurden Erdbestattungen und Urnenbestattungen
sowie Grabnutzungsgebühren angehoben, wobei der Anstieg
bei den Urnenbestattungen deutlicher ausfiel, was somit
zu einer betragsmäßigen Annäherung der Gebühren
der Bestattungsarten geführt hat.
Im Vermögenshaushalt planen
wir auch im Jahr 2008 mit einem realisierbaren Volumen von
rund 2,2 Mio. Euro.
Im Bereich Feuerschutz ist durch die Anschaffung eines
Gerätewagen-Transport für die Abteilung Liedolsheim
ein größerer Betrag von 126.400,-- Euro fällig,
dem aber auch ein Zuschuss von 38.000,-- Euro auf der Einnahmenseite
gegenübersteht. Von den neuen Fenstern und sonstigen
Verbesserungen am Feuerwehrhaus in Liedolsheim, die eine
Mittelbereitstellung von 80.600,-- Euro erfordern, erhoffen
wir uns als Zusatzeffekt Energiekosteneinsparungen.
Um die Sicherheit im Kindergarten Sonnenblume zu verbessern
und Brandschutzauflagen zu erfüllen, ist eine Fluchtrutsche
für 24.000,-- Euro anzuschaffen.
Investitionen von örtlichen Vereinen unterstützen
wir gerne im Rahmen unserer Richtlinien mit einem Gesamtbetrag
von 17.000,-- Euro, sofern hoffentlich die Maßnahmen
im kommenden Jahr von den Vereinen auch realisiert werden.
Für die inzwischen in Gang gekommene Dorfsanierung
in Rußheim wurden auch für das kommende Jahr
wieder Mittel von 325.000,-- Euro bereitgestellt.
Dringend notwendige Investitionen im Bereich der Kläranlage
stellen auf der Ausgabenseite die größte Einzelposition
mit 768.000,-- Euro dar. Die Auswirkungen auf die Abwassergebühren
habe ich Ihnen bereits dargelegt.
Die Rückdelegation der Müllbeseitigung an den
Landkreis zieht Investitionen in Form der Erweiterung der
Grüngutsammelplätze von 120.000,-- Euro nach sich.
Die Sanierung und Neugestaltung der Aussegnungshalle in
Rußheim ist mit 216.600,-- Euro veranschlagt.
Umbau und Verbesserungen an der Festhalle stellen die Verwaltung
und den Gemeinderat mit einem Gesamtvolumen von 516.000,--
Euro vor eine große Aufgabe. Neben den für 2008
veranschlagten Mitteln von 100.000,-- Euro setzt sich dieser
Betrag aus Hauhaltsresten von rund 267.000,-- Euro sowie
aus für 2009 vorgesehenen Mitteln von 149.000,-- zusammen.
Finanzieren möchten wir die Maßnahmen im Wesentlichen
durch Erlöse aus Grundstücksverkäufen von
insgesamt 590.000,-- Euro, die Zuführungsrate vom Verwaltungshaushalt
von 986.000,-- Euro sowie durch eine Entnahme aus den Rücklagen
von rund 420.000,-- Euro. Wir werden bei planmäßigem
Verlauf auch im kommenden Jahr ohne Kreditaufnahme auskommen.
Demzufolge wird sich der Stand der langfristigen
Verbindlichkeiten der Gemeinde einschließlich
des Wasserwerks durch planmäßige Tilgungen auf
insgesamt 1.246.000,-- Euro reduzieren, was einer Pro-Kopf-Verschuldung
von 187,-- Euro entspricht.
Grundlage der Finanzplanung 2007-2011
sind die Steuerprognosen, die ähnlich wie die Wetterprognosen
mit zunehmendem zeitlichem Horizont immer ungenauer werden.
Während in den Jahren 2002 bis 2004 auf Bundesebene
jeweils die Steuereingänge zum Teil deutlich unter
den Prognosen lagen, zeigte sich in den Jahren 2005 bis
sehr wahrscheinlich auch 2007 ein umgekehrter Trend mit
über den Erwartungen liegenden Steuereingängen.
Aufgrund der Unwägbarkeiten sollten wir in der Bewertung
der in Aussicht stehenden künftigen Zuführungsraten
von jeweils rund 1 Mio. Euro vorsichtig sein. Keinesfalls
dürfen wir das Fell des Bären verteilen, bevor
dieser erlegt ist.
Zu den bedeutendsten kurzfristig anstehenden
Projekten zählen wir die Realisierung des Baugebiets
Nord-West VI. Den nach intensiven Beratungen beschlossenen
Bebauungsplan halten wir für die Lösung, die den
unterschiedlichen Interessen aller Beteiligten und der Gemeinde
Dettenheim am ehesten gerecht wird. Wir glauben, dass mit
über 65 Bauplätzen der Bedarf der kommenden Jahre
in Rußheim gut abgedeckt wird und hoffen darauf, dass
das Vorhaben zügig und erfolgreich in Gang kommt.
Für die Einmündung Dettenheimer Str. und die
Umgestaltung der Hauptstr. im Bereich zwischen der Dettenheimer
Str. und der Wilhelmstr. bestehen aus den Jahren 2005 und
2006 noch Haushaltsreste von insgesamt 216.750,-- Euro.
Anfang Juni diesen Jahres wurde seitens des Karlsruher Verkehr
Verbundes ein Versuch ohne Busbuchten und damit einhergehenden
Verkehrszählungen gemacht. Zunächst waren hier
viele Autofahrer nicht begeistert, hinter einem auf der
Straße stehenden Bus warten zu müssen, zumal
die Busbuchten vorhanden sind. Bei einer Neugestaltung sollte
man die Argumente der Verkehrsplaner aber nicht ignorieren,
die sich bei einem Verkehrsaufkommen wie in Dettenheim eindeutig
gegen Busbuchten und für so genannte Buskaps aussprechen.
Der Halt auf der Straße vermeidet das Ein- und Ausfädeln
und beschleunigt so den Bustakt. Da wir von andern gute
Verbindungen und neue Buslinien fordern, sollten wir zeitgemäße
Verbesserungsmöglichkeiten, die wir selbst in der Hand
haben, auch umsetzen. Gerade für Kinder, Behinderte
und Alte erleichtern die Buskaps das Ein- und Aussteigen.
Aus den geschilderten Gründen finden wir es schade,
dass wir genau diesen Bereich bei der Umgestaltung aussparen
wollen. In der Umgestaltung sehen wir den Hebel zur Aufwertung
des Ortskerns, der sich der Durchgangsverkehr unterzuordnen
hat. Jetzt gilt es aber, zumindest für den Bereich
der Einmündung der Dettenheimer Str. im kommenden Jahr
Nägel mit Köpfen zu machen.
Der weitere Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs
liegt nach einem Artikel in den Badischen Neuesten Nachrichten
vom 14.12.2007 allen Fraktionen des Kreistags am Herzen,
wobei die Freien Wähler im Kreistag für den Ausbau
im Norden des Landkreises plädieren. Nach der von Januar
bis Juni 2008 stattfindenden Fahrgastzählung will auch
der neue Landrat Christoph Schnaudigel prüfen, ob nicht
weitere Buslinien eingerichtet werden können.
Für die geleistete Arbeit im zu Ende gehenden Jahr
gilt unser Dank allen Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung.
Bei den Amtsleitern Eva Steinhoff, Günter Zwecker und
dem neuen Rechnungsamtsleiter Viktor Schmidt, der sich gut
eingeführt hat, möchten wir uns besonders bedanken.
Unserem alten und neuen Bürgermeister, Herrn Lothar
Hillenbrand, unserem Ortsvorsteher, Herrn Manfred Werner,
und allen Mitgliedern des Gemeinderats und des Ortschaftsrats
danken wir herzlich für die gute Zusammenarbeit.
Es ist schön, dass uns auch in diesem Jahr unsere
Stammgäste unter den Besuchern bei den Gemeinderatsitzungen
treu geblieben sind. Hierfür ebenfalls ein herzliches
Dankeschön.
Dem Haushaltsplan 2008 sowie dem Wirtschaftsplan 2008 für
den Eigenbetrieb Wasserversorgung stimmt die Fraktion der
Freien Wähler zu.
Bei Ihnen allen bedanke ich mich für Ihre geschätzte
Aufmerksamkeit.
Jürgen Ratzel
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